DER SOMMER NACH DEM KRIEG. Stimmen aus Europa 1945.

Im Sommer 1945 lernt eine junge Deutsche Demokratie, Schlangestehen, Wildkräuterspinatkochen ▶ macht sich ein aus der Gefangenschaft entlassener Wehrmachtssoldat auf den Weg zur Universität ▶ beobachtet ein amerikanischer Besatzungssoldat, wie die jüdische Ehefrau des Festredners der Eröffnungsfeier jener Universität selbstverständlich fernblieb ▶ beginnt die dreimonatige Fahrt eines russischen Jungen aus der Zwangsarbeit in seine zerstörte Heimat ▶ sieht eine Überlebende der Leningrader Blockade ihren Vater wieder ▶ soll der ehemalige jugoslawische Zwangsarbeiter zu Hause vom Polarlicht in Norwegen berichten ▶ führt ein Cellist Tagebuch über eine Tournee durch die Ukraine ▶ suchen die US-Soldaten am Alexanderplatz nach Kaviar und die Rotarmisten bekommen dafür Nylons, Uhren, Präservative, Whisky ▶ kamen statt der Russen plötzlich die Franzosen ins Reinickendorfer Freibad ▶ verfolgt ein Soldat der Royal Armee die Mühen der Reeducation ▶ bittet eine in der Illegalität überlebte „Sternträgerin“ die Berliner Behörden um Wiedereinstellung in den Schuldienst ▶ verlässt ein zehnjähriger Junge sein Versteck, das er erst als alter Mann wieder aufsucht: „Ich frage mich, ob das Leben im allgemeinen nicht zwischen Erinnern und Vergessen, einem Versinken der Welt im Vergessen, und der fortdauernden Bemühung verläuft, das Vergangene zu bewahren, das nicht mehr ist: Menschen und Dinge, Orte und Situationen.“ [Michał Głowiński] ◀ Wir geben Echo, im Sommer 2020.

Drei Historiker*innen lasen und recherchierten, drei Schauspieler*innen sprechen und spielen.

Die Veranstaltungen sind am 7./8. und 15./16. August geplant, samstags und sonntags um 16 Uhr, im historischen Saal der deutschen Kapitulation, im heutigen Museum Karlshorst, das unser Recherche-Theater-Projekt auch freundlich unterstützt.