FLIEDERALLEE 53

Die Adresse haben wir, aus dem Archiv. Aber die Fliederallee 53, in der Kolonie Rheingau, die Laube am Lehrlingsheim gibt es heute nicht mehr. Befinden sich da heute zwei Parkplätze oder ein paar Quadratmeter Stadtautobahn? Drei Monate Recherche stehen noch aus.

Aber wir wollen auch mehr herausfinden, als wo das Versteck von Käte Laserstein, Rose Ollendorff und Lucie Friedlaender sich befand. Im November laden wir ein, zu KÄTE UND OLLY (UND LUCIE). Wir melden uns!

NOCH EINMAL TANIA, BITTE!

Die Uraufführung fand vor knapp vier Jahren statt; vor gut zwei Jahren nahmen wir unser erstes Recherchestück zur DDR-Geschichte wieder auf; jetzt ist es noch einmal als Lesung zu erleben, am 10.8. Im Rahmenprogramm der Ausstellung “Ein Land und seine Helden” zeigen wir eine Heldin, mit einem Untertitel: TAMARA BUNKE. EINE HELDIN WIRD GEMACHT. Die Veranstaltung im DDR-Museum beginnt um 18 Uhr. Die online-Übertragung endet nach der Begrüßung – also auf an die Spree nach Berlin-Mitte! – Alternativ gibt es Vajswerks Trailer, der bis dato 1.557 mal aufgerufen wurde.

Die Illustration stammt von Alicia Sancha.

Wettbewerb: Ein neuer Claim für Vajswerk! Macht mit.

Wettbewerb: Ein neuer Claim für Vajswerk!

Macht mit.

Start: 13.7.

Einsendeschluss: 31.07.

Mitmachen unter: wettbewerb@vajswerk.de

Vajswerk soll einen neuen Anstrich bekommen, indem der nun 7-jährige Claim „Recherche. Theater. Berlin“ durch einen neuen abgelöst wird. Wir suchen gute Ideen, Worte und Aussagen, die für Vajswerk stehen und auf einen Blick zeigen, was wir tun. Zu gewinnen gibt es ein Jahr lang freien Eintritt zu allen Vajswerk-Produktionen. 

Was ist Vajswerk? Und was macht Vajswerk?

Vajswerk erzählt Geschichten zum Beispiel von Berl Kostinski, Anne-Marie Epstein, Lotte Laserstein, Tamara Bunke, von Dingen wie einer Spiegelablage oder von Orten wie dem Haus in der Argentinischen Alle 28. Geschichten, die gesellschaftsrelevante Themen wie Zwangsarbeit während des Zweiten Weltkriegs, Verfolgung und Exil, Freiheit, Unterdrückung und Flucht während der deutschen Teilung, die Selbstbestimmung als Künstlerin oder die Instrumentalisierung als politischer Mensch behandeln. Diese Geschichten werden in einem interdisziplinären Team aus Wissenschaftler*innen (Historiker*innen) und Künstler*innen (bislang Schauspieler*innen und Musiker*innen) gemeinsam recherchiert und durch künstlerische Formen (Sprechtheater, Musik etc.) für das Publikum erlebbar gemacht. 

Charakteristisch für Vajswerks Schaffen ist, dass die eigentliche Arbeit, die Recherche und das Spiel auf der Bühne im Kollektiv getan werden. Das Sammeln, Sichten, Auswerten und Einordnen der Quellen, Fundstücke, des Materials erfolgt gemeinsam. In einem mehrmonatigen Prozess erarbeitet ein interdisziplinäres Ensemble gemeinsam multiperspektivische Spielfassungen, erschließt damit neue Stoffe und Formen für das Theater und zeigt historisch-politische Zusammenhänge auf. Es gibt dabei unterschiedliche Berichtsebenen, verschiedene Sprecher*innen, Spieler*innen, die – als Ensemble – eine Geschichte erzählen, eine Person, ein Paar, eine Gruppe, ein Ding, einen Ort aus mehreren Blickwinkeln schildern. Die Wahrheit wird nur in einer vielfach gebrochenen Form fassbar. Die künstlerische Präsentation auf der Bühne zeichnet sich dadurch aus, dass immer mehrere Perspektiven gleichzeitig dargestellt werden, zum einen um die Vielstimmigkeit, der am jeweiligen Stück beteiligten darzustellen und zum anderen um zu zeigen, dass historische Ereignisse vielschichtig sind und verschiedener Perspektiven bedürfen.

8MAL GROSSES KINO DDR, BITTE!

Die nächsten Tage ist an sechs Orten in Deutschland achtmal GROSSES KINO DDR zu sehen. Wir sind auf Tour: in Erfurt, Stuttgart und Egeln und innerhalb Berlins.

Nach der Uraufführung in Marienfelde 2020 nehmen wir das Stück in 2022 wieder auf. Ein historischer Fall – und mutmaßlicher Filmstoff – wird zum Ausgangspunkt für eine buchstäbliche aufregende Darstellung von DDR-Geschichte: Einer geht. Eine bleibt. Einer schießt.

Es spielen Laura Mitzkus, Manolo Palma, Charles Toulouse sowie Markus von Schwerin.

Großes Kino DDR – Pressemappe zur Tournee

Im Juli 2022 geht Vajswerk mit Großes Kino DDR auf Tournee. In Berlin, in Erfurt, in Stuttgart und in Egeln werden wir die Geschichte von Peter, Fritz H. und Bettina nochmal erzählen. Die Uraufführung Großes Kino DDR fand im Herbst 2020 in der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde statt. Gefördert wird diese Tournee vom Fonds Darstellende Künste / Neustart Kultur im Rahmen der Wiederaufnahmeförderung.

Im folgenden finden Sie eine Pressemappe mit den Tourdaten, Informationen zum Stück und den Mitwirkenden.

Die Fotos  dürfen Sie gern für Vorankündigung und Rezensionen verwenden. Dabei bitte stets die Fotografin mit angeben: Mareike Trillhaas

GrKinoDDR_WA_Pressemappe

Großes Kino DDR: Fotos zur Pressemappe (zip)

Großes Kino DDR: Flyer zur Wideraufnahme (einseitig)

Großes Kino DDR: Flyer zur Wideraufnahme (zweiseitig)

 

INS HEUTE: VAJSWERK IN DER UKRAINE, DAMALS

Städtenamen, die wir heute in den Nachrichten hören, auf Landkarten sehen, die den Kriegsverlauf markieren … kennen wir aus Vajswerks Stücken: Winnyzja und Saporischschja aus BERL, Lviv und Kamjanez-Podilskyi aus JUNI-BRIEFE; in Zbarazh wurde IDA FINK geboren. – Wir erzählten vom deutschen Überfall auf die Sowjetunion; ein aktuelles Projekt mit einem ukrainischen Partner, unter dem Titel “Which War We Talk About” fand keine Förderung, 2017.

Unsere Theaterproben begannen jeweils im Haus der Jugend Zehlendorf. Dorthin kommen demnächst Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine; sie sitzen im Garten, am See, in der Küche. Können wir ihnen helfen?

Bei einem ersten Treffen vor Ort soll sich eine Gruppe bilden, die sich zunächst historisch-politisch verständigt und dann aktiv wird. – Das Treffen findet statt am Freitag, 1.4., um 17 Uhr in der Argentinischen Allee 28. Nachtrag: Am Freitag, 22. April beginnt um 18 Uhr eine Veranstaltung, auf der das Programm für/mit ukrainische/n Kinder/n und Jugendliche/n vorgestellt wird: alles im Haus der Jugend Zehlendorf in der Argentinischen Allee 28.

DER ROTE ELVIS ZUERST

Bevor es im Sommer und Herbst zu Wiedersehen und Fortschreibungen kommt, mit GROSSES KINO DDR, TAMARA BUNKE. EINE HELDIN WIRD GEMACHT, KÄTE UND OLLY (UND LUCIE) untersuchen wir im Frühjahr DER FALL DEAN REED.

Der Sänger, Schauspieler, Drehbuchautor, Cowboy, Friedenskämpfer und Sozialist wurde in Denver, Colorado USA geboren und starb im Zeuthener See bei Berlin, Hauptstadt der DDR, 1938-1986.

Das Kooperationsprojekt mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft hat am 11. März seine Uraufführung und wird am 27. April im DDR Museum vorgestellt. Student:innen der Museologie zeigen in vier Räumen vier Kapitel aus dem Leben DEAN REED.

SPIEL’S NOCH EINMAL, VAJS!

Manchmal ist ja alles zu schnell vorbei. Da recherchieren und proben wir Monate und Wochen und dann spielen wir ein paar Mal und dann senkt sich sozusagen der Vorhang. Vieles ist als Trailer auf unserer Webseite nachzusehen, aus einigen Projekten entstehen Nachfolgeprojekte, so bei den ‘Lasersteins’ oder ‘Blodveger’; einige Inszenierungen nehmen wir aber auch wieder auf und schaffen damit sozusagen ein Repertoire.

So gibt es 2022 eine erneute Fortsetzung zu Käte Laserstein, ein kurzes Wiedersehen mit Tamara Bunke und ein ausgiebiges mit Großes Kino DDR, mit dem wir regelrecht auf Tournee gehen. Wir spielen in Gedenkstätten in Berlin und Erfurt sowie in der Wilden Zicke in Egeln und im Oberlandesgericht in Stuttgart. Mehr dazu, wenn die Zeit ran ist.

Am 19. Januar gibt es aber erst einmal eine neue Begegnung mit Code Viking. Die Jury des Berliner Abgeordnetenhauses für das Jugendforum ‘denk!mal22’ hat uns eingeladen, das internationale Jugend-Recherche-Projekt live auf ALEX-TV vorzustellen; gegen 18:30 Uhr sind wir auf Sendung.

Das neue Vajswerk-Jahr beginnt aber offiziell mit dem Wintertreffen, am 13. Januar, um 18:30 Uhr, im großen Saal der Argentinischen Allee 28. Wir berichten über die Kooperation mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft und unterhalten uns über tatsächlich aufregende Dinge wie Vereinsarbeit. Willkommen!

Das Foto von Pernille Ryen zeigt Filmarbeiten am Ofot-Fjord bei Narvik, für ‘Code Viking 1942-2021’.

EIN DACH ÜBER DEM KOPF – VAJSWERK 2021

In LASERSTEINS ORTE hatten die beiden Schwestern zumindest immer einen Schirm dabei. Während der acht Vorstellungen im Juli brauchen sie ihn aber nur als Sonnenschirm – oder eben als Requisit. Die JUNI-BRIEFE hingegen mussten zweimal ins Haus; in Weimar vom Ilmpark ins ehemalige Ballhaus am Goetheplatz ziehen und von der Karlshorster Museumsterrasse in den Saal der Kapitulation. Die Vorstellung in Potsdam war ohnehin im Plenarsaal des Brandenburger Landtags geplant. Für ORTOPIA wäre bei Regen das Haus der Jugend Zehlendorf zum Ort der Utopie geworden. JUGEND’45 beim Jugendforum des Berliner Abgeordnetenhauses und IDA FINK: DER TISCH fanden ihr Dach hingegen im virtuellen Raum. CODE VIKING 1942-2021 schließlich wurde nicht vom Umgang mit Wetter und Pandemie bestimmt, sondern von einem schweren Verkehrsunfall kurz vor Berlin. Den haben nicht nur alle überlebt, sondern mit den Bildern und Filmen aus Belgrad und Narvik dem Jugend-Recherche-Projekt ein besseres Ende entgegengesetzt.

So viel wie noch nie, gab es bei Vajswerk 2021 zu sehen; aber nicht nur die Anzahl kann uns zufrieden stellen. So gehen wir frohen Mutes ins neue Jahr. Auf Wiedersehen!

FILMPREMIERA ! Završna manifestacija । Abschlussveranstaltung । Slutevenemang

Die Recherchereise von CODE VIKING 1942-2021 findet Ende November ihr vorläufiges Ende. Jugendliche aus Serbien, Deutschland und Norwegen hatten sich Anfang des Jahres auf Spurensuche begeben, ins Jahr 1942. In jenem Sommer wurden die ersten Zwangsarbeiter aus dem deutsch-besetzten Serbien ins deutsch-besetzte Norwegen deportiert. Mit den Geschichten von damals und den Bildern von heute entstanden Filme, die am Donnerstag, 25. November gezeigt werden, ab 19 Uhr. Als Stream und bei lokalen Veranstaltungen; in Berlin im Haus der Jugend Zehlendorf. Weitere Informationen auf http://www.blodveger.info