Heute vor 75 Jahren ging in Europa der Zweite Weltkrieg zu Ende. Im von NS-Deutschland begonnen Krieg verloren schätzungsweise 55 Millionen Menschen ihr Leben. Wie lässt sich von ihnen erzählen und von jenen, die überlebten – auf verschiedenen Seiten der Geschichte?
In JUGEND’45 haben Jugendliche 2020 einige Lebensgeschichten ausgewählt und – eingespielt. Unser Recherchestück ist am heutigen 8. Mai nicht am historischen Ort der Kapitulation zu sehen, wie geplant, sondern virtuell. Zunächst nur intern, aber eben auf den Tag genau.
Im August sind wir dann aber wirklich in Karlshorst, so ist es jedenfalls geplant. Mit professionellen Schauspieler*innen folgen wir den Stimmen aus Europa 1945, in ‚DER SOMMER NACH DEM KRIEG‚.
Vor 75 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Jugendliche, die in diesem Krieg aufwuchsen, hatten keine Erinnerung an den Frieden; für sie war der Krieg die Welt, das Leben, “der Normalzustand, ja, der einzig mögliche, die einzige Form der Existenz“, wie es der 1932 geborene Ryszard Kapuściński ausdrückte.
Nach der Uraufführung im Herbst 2018 zeigen wir nun noch dreimal
Gerieten wir bislang durch unsere Recherchen in der Vergangenheit zwangsläufig in die Gegenwart, so stehen wir mit
In gebotener Kürze nennen wir nur die Orte, in und an denen wir spielten und erzählten: im norwegischen Narvik, im schwedischen Skinnskatteberg und Tärnaby, in Belgrad, Archangelsk, Lublin und im westfälischen Beckum. Und natürlich in Berlin: im Deutsch-Russischen Museum, in Südost Europa Kultur, im Theater im Aufbau-Haus, im Haus der Jugend, im Abgeordnetenhaus, in der Aula (der heutigen Halvorsen Schule), in der Käte Laserstein 1957 ihre Rede probte und hielt.
Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes kommt
Wie sich Vajswerks Inszenierungen oft auf Dinge beziehen, stellt Lisa Ströer ein Fundstück aus dem KZ Ravensbrück an den Anfang ihrer Recherche. Eine Stoffpuppe ist das einzig überlieferte figürliche Abbild eines Häftlings in der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Ist die Puppe nach dem Vorbild einer bestimmten Person gestaltet; unter welchen Umständen wurde sie hergestellt; was erzählt sie über das Leben im Konzentrationslager, über die Selbstbehauptung unter der Gewaltherrschaft? Ausgehend von diesen Fragen, erhält die einzelne Objektgeschichte ihre weitergehende Bedeutung.
Fangen wir also an, starten wir in die Saison 2019/20: Vajswerks fünfte. Wir nutzen die Gelegenheit – z.B. die große Lotte Laserstein-Ausstellung in Frankfurt und Berlin – und erforschen und erspielen uns 