#geschichte_schreiben

Wir stellen uns etwas vor, was es so nicht gibt: zum Tag der Europäischen Erinnerungskultur lädt der Verein für Völkerverständigung zu einem Symposion. Man erwartet sich Impulsreferate unter dem schlichten Titel “Die Nation und ihre Verantwortung vor der Geschichte.” Vier Universitätsdozent:innen werden in Berlin erwartet: vom Südeuropa-Institut, vom Südosteuropa-Institut, vom Nordeuropa-Institut und vom Institut für Germanistische Studien. Die vier Vortragenden beginnen staatstragend, mit der offiziellen Geschichtsschreibung, zum Mitschreiben. Dann melden sich Stimmen, die das jeweilige Geschichtsbild verrücken, es aus dem Rahmen treten lassen. Es gibt sie ja nicht, die Eine Erzählung, die Eine Position, Perspektive.

Das Recherchekollektiv Vajswerk zeichnet sich seit sieben Jahren durch Projekte aus, in denen Geschichte erforscht und dargestellt wird, multi-perspektivisch. Mit #geschichte_schreiben wird nun die Probe auf das Exempel gemacht: wie aus Geschichte Politik wird, wie manche Ereignisse für das historische Gedächtnis konstitutiv und manche verworfen, “vergessen” werden. Im Zusammenspiel mit vier Historiker:innen verfolgen vier Schauspieler:innen geschichtspolitische Diskurse in Europa und laden Ende April 2023 zu einem fiktiven Symposion, zu einem richtigen Theaterabend: im historischen Saal der deutschen Kapitulation 1945, im heutigen Museum Berlin-Karlshorst.

Mit: Ines Miro, Laura Mitzkus, Christian Erdt, Charles Toulouse; Dr. Ursula Rütten, Hanna Sjöberg, Stefan Paul Jacobs, n.n.; Felicitas Braun, Christian Tietz.

#geschichte_schreiben wird gefördert durch den Fonds Darstellende Künste im Rahmen von “Neustart Kultur” sowie der LIRI-Stiftung.

Vajswerkfoto: Straßenbild Belgrad, Juli 2022: Bruder?