HÄUTUNGEN FRANZ FÜHMANNS

Franz Fühmann sehen wir zu, wie er sich die Haut abzieht. Schneidend, schreibend ergründet er sich, den Ort der Seele suchend. So erzählt es der Mythos und das Märchen und die eigene Biografie. Zwar wird Fühmann seiner Vergangenheit nicht entrinnen, nicht aus seiner Haut heraus kommen, aber doch “dieses ‘So’ ausschöpfen, und eben das habe ich kaum begonnen”, schreibt Fühmann, als er “Die Hälfte des Lebens” gerade erreichte.

Fühmann, der aus dem Riesengebirge in den Märkischen Sand und von Auschwitz zum Sozialismus kam, sah sich als Bürger der DDR und als Schriftsteller seines Landes als Werkzeug, nicht als Mitgestalter – bis er sich der Wahrheit verschrieb. Sein Aufstand währte bis zu seinem Lebensende; 1984 starb Fühmann mit 62 Jahren.

Vajswerk sucht und zeigt die Knotenpunkte in Fühmanns Leben, die Situationen der Entscheidungen, denn “die Summe der Wegstücke zwischen solchen offenen Punkten ist die Biografie.”

Die Uraufführung unserer dramatischen/literarischen/historischen Recherche ist im November 2023 zu sehen. Das obige Foto © stammt aus den Historischen Sammlungen der Zentral- Landesbibliothek Berlin und zeigt ein Exemplar aus Fühmanns Zettelkasten.

Häutungen Franz Fühmanns wird gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.