AM ANFANG EIN PREIS

Wurde Vajswerks Saison 2017/18 mit einer Premiere in Stockholm eröffnet, beginnen wir 2018/19 mit einer Preisverleihung in Leipzig. Simon Winkler 1986-2007 Schauspieler erhielt ja den amarena-Innovationsförderpreis; nun werden die Preisträger vorgestellt und somit auch wir: am 28. September in den Cammerspielen Leipzig.
Dann steht vor den ersten Saisonpremieren noch ein Internationales Colloquium auf dem Programm. Mit unseren Partner*innen aus Norwegen, Russland, Serbien und Schweden beginnen wir die historische Recherche zur NS-Zwangsarbeit in Nord-Norwegen: am 17. Oktober im Deutsch-Russischen Museum. Informationen zum Projekt und den Flyer zur Tagung gibt es hier: Blodveger
Im November stehen dann mit Anne Marie und Tamara Bunke. Eine Heldin wird gemacht gleich zwei Premieren auf dem Spielplan. Wir kommen rechtzeitig noch darauf zurück. Bis dahin!

Zwischen Marbach und Bergen: JÁNOS in Berlin

Nun sind wir aus Marbach zurück; im Deutschen Literaturarchiv waren wir auf Spurensuche nach Anne Marie. Am Fr., 4.5. präsentieren wir unsere Funde, um 16 Uhr im kooperierenden Haus der Jugend Zehlendorf.

Am 3.5. machen wir uns noch einmal auf den Weg und zwar nach Bergen, mit einem Gastspiel von János. Das Stück zeigen wir zuvor aber noch zweimal in Berlin, am Donnerstag, 26. April, um 12:00 und um 19:00 Uhr, in unserer Partnerschule, der Halvorsen Schule in Dahlem.

Im niedersächsischen Bergen spielen wir János dann zum letzten Mal, im Begleitprogramm der Ausstellung „Kinder im KZ Bergen-Belsen“. Einer der Zuschauer wird Jovan Rajs sein, der dort 1944/45 sein Tagebuch schrieb – die Grundlage für unser Recherche-Theater-Projekt.

Aller guten Dinge sind drei

Wir spielen ja sogar noch 3x János; aber dazu mehr, wenn es wieder soweit ist: Ende April und Anfang Mai. Jetzt aber können wir mehr über unsere neuen Projekte berichten; es sind mittlerweile 3: In Tamara Bunke. Eine Heldin wird gemacht zeigen wir beides – den Menschen und seine Ikonografie. In Blodveger beschäftigen wir uns mit der NS-Zwangsarbeit in Nord-Norwegen – als norwegisch-russisch-serbisch-schwedisch-deutsches Recherche-Theater-Projekt. Und in Anne Marie zeigen wir eine Frau, der wir zum ersten Mal in Arg28 begegnet sind: Anne Marie wuchs in der Arg20 auf, der damaligen Epstein-Villa, bevor sie aus Deutschland vertrieben wurde. Ihre Geschichte handelt von Verfolgung und Exil und von der Selbstbehauptung als Künstlerin, zwischen zwei berühmten Ehemännern: Julius Meier-Graefe und Hermann Broch. Anne Maries Briefe liegen im Deutschen Literaturarchiv in Marbach; dorthin fahren wir vom 10. bis 12. April. Mehr dazu beim Treffen am Mittwoch, 18. April, 16:30 Uhr, im kooperierenden Haus der Jugend in der Argentinischen Allee 28, der Arg28.

Foto: Die ehemalige Grabstätte der sowjetischen Zwangsarbeiter im norwegischen Hattfjelldal, nach der Exhumierung 1951.

Noch 2x JÁNOS und gleich zwei neue Projekte

Foto „János“ von Kai Otte

Den siebenfachen Applaus haben wir noch im Ohr, da machen wir uns gleich an neue Projekte. Nach den sieben Aufführungen von Ida Finks „Der Tisch“ und „Das Tagebuch des János Reisz“, beginnen wir jetzt mit „Tamara Bunke. Eine Heldin wird gemacht“ und „Blodveger. NS-Zwangsarbeit in Nord-Norwegen.“

Auf das Neue kommen wir noch zurück, vorher geben wir aber noch den Hinweis, dass „János“ noch zweimal gespielt wird, bei den Partnern in Berlin-Dahlem und Bergen/Celle: am 26.4. um 19 Uhr in der Halvorsen Schule und am 3.5. um 14 Uhr im Stadthaus Bergen – im Begleitprogramm der Ausstellung Kinder im KZ Bergen-Belsen.

Ins Neue Jahr mit zwei Premieren: Ida Finks „Der Tisch“ und „Das Tagebuch des János Reisz“

Wir gehen in das neue Jahr mit zwei Theaterpremieren zur NS-Geschichte:

Am historischen Ort der Wannsee-Konferenz, am Jahrestag des 20.Januar, zeigen wir Ida Finks „Der Tisch“. Im Haus der Täter wird ein Stück über die Täter inszeniert – aus der Perspektive der Opfer. Schauspieler und Schauspielerinnen aus Wien, Basel und Berlin spielen das Stück als deutschsprachige Erstaufführung. Mehr zum Stück auf der Projektseite.

 

Keine Woche später hat ein Recherche-Theater-Projekt seine Premiere. Jugendliche aus dem Haus der Jugend und der 9c der Halvorsen-Schule spielen „Das Tagebuch des János Reisz, 1467 Kn.“                                            Das Tagebuch aus dem KZ Bergen-Belsen führte ein 11-jähriger Junge, der mit seiner Flucht von Serbien nach Ungarn von Jovan zu János wurde. Seit dem Herbst beschäftigen sich die Jugendlichen mit diesem Tagebuch. Sie fuhren zur Belsener Gedenkstätte, trafen dort den Autor, den 84-jährigen Prof. em. Dr. Jovan Rajs. Parallel dazu wurde geprobt, ein Tagebuch szenisch auf die Bühne gebracht. Am 25. Januar ist die Inszenierung erstmals zu sehen, im Haus der Jugend Zehlendorf. Mehr Infos.

Vajswerk unterwegs

Vajswerk auf dem Weg zur Gedenkstätte Bergen-Belsen

In Vorbereitung auf „Das Tagebuch des János Reisz, 1467 Kn.“ fuhren wir mit einem Charterbus nach Niedersachsen, zur Gedenkstätte Bergen-Belsen. Dort trafen wir Tagebuchautor Jovan Rajs, der mit seiner Frau Dina eigens aus Stockholm angereist war. 1944 schrieb er im Konzentrationslager Bergen-Belsen ein Tagebuch. An Ort und Stelle beantwortete er Fragen der Jugendlichen, die aus seinen Texten und Erzählungen ein Recherche-Theater-Projekt machen. Am 25. Januar hat „János“ in Berlin Premiere. Mehr Infos.

In Westfalen, im Stadttheater Beckum wurde am 18. November zudem ein Vajswerk-Co-Projekt uraufgeführt: „Simon Winkler 1986-2007 Schauspieler“. Dieses Recherche-Theater-Projekt war gleichzeitig eine Hommage auf einen jungen Schauspieler, der vor zehn Jahren starb, mit 21 Jahren. Die kurze Stückdoku findet ihr auf der Projektseite – den Trailer gibt es hier zu sehen:

Vajswerk in der weiten Welt und auf dem platten Land

Die aktuelle Saison haben wir ja in Schweden eröffnet. Bei der fünften Aufführung von „Dina och Jovan“ waren von den 192 Plätzen im Boulevardteater Stockholm 187 Stühle belegt. Nach der Berliner Uraufführung im Sommer 2015 wurde das erste Vajswerk-Stück nun 19 mal gezeigt. Wir hoffen auf eine Fortsetzung!

Anfang Oktober mussten wir nicht in die weite Welt, sie kam sozuzusagen zu uns, nach Berlin: aus 26 Ländern trafen sich über hundert Jugendliche zum EUSTORY History Summit. Die Hamburger Körber Stiftung hatte die Gewinner nationaler Geschichtswettbewerbe nach Berlin geladen. Vajswerk war neben dem House of European History Brussel, Memorial Moskva u.a. offizieller Partner. Beim Vajswerk-Workshop „Childhood Stories of Forced Migration“ erzählten 19 Jugendliche aus Wales, Spanien, Italien, Slowenien, Lettland, Estland, der Ukraine, der Tschechischen Republik, der Slowakei, der Schweiz, Israel und Deutschland ihre recherchierten Geschichten von Flucht und Vertreibung. Auszüge der Abschlusspräsentation im Berliner Radialsystem gibt es auch online zu sehen.

Die Workshopgruppe von Vajswerk beim EUSTORY Summit der Körber Stiftung

Vajswerk beim History Summit 2017, Foto: Körber-Stiftung/D. Ausserhofer

 

Die Teilnehmer des Vajswer-Workshops Workshops „Childhood Stories of Forced Migration“ auf dem History Summit 2017, Foto: Körber-Stiftung

 

Die Abschlusspräsentation des Vajswerk-Worksops im Berliner Radialsystem, Foto: Körber-Stiftung/D. Ausserhofer

 

 

 

Unterdessen haben in Berlin auch die Proben zu „Das Tagebuch des János Reisz, 1467 Kn.“ begonnen; wer noch mitforschen und mitspielen möchte, muss sich nur melden: info@vajswerk.de.

Das nächste Vajswerk-Projekt hat aber im westfälischen Beckum seine Premiere. Am 18./19. November ist im dortigen Stadttheater „Simon Winkler 1986-2007 Schauspieler“ zu sehen. Hinweise zu diesem Stück, das den Innovationsförderpreis des Bundes deutscher Amateurtheater erhielt, finden Sie hier.

Auf unsere beiden Berliner Premieren im kommenden Januar kommen wir noch zu sprechen; bis dahin!

Wir haben schon mal angefangen und die neue Saison eröffnet!

vajswerks Dina und Jovan in Stockholm

Klammheimlich haben wir die Saison 2017/18 eröffnet und sind dafür bis nach Schweden gegangen: In Stockholm fand am 11. August die zweite Premiere von „Das Spiel von Dina und Jovan“ statt – auf schwedisch, mit schwedischen Jugendlichen und Dina und Jovan förstås. Eine fünfte Aufführung gibt es noch, am 22.10. Siehe hier.

Auf Einladung der Körber-Stiftung und EUStory geben wir vom 6.-9. Oktober im Berliner Radialsystem einen Workshop mit anschließender Performance zum Thema „Childhood Stories of Forced Migration“. Wir sind hier Teil des diesjährigen History Campus – neben anderen Akteuren wie dem Museum für Europäische Geschichte Brüssel, Memorial Moskau u.a. Mehr dazu hier.

Am Donnerstag den 19. Oktober beginnen wir dann ganz offiziell, öffentlich, in Berlin: mit dem ersten Treffen zum Tagebuch des János Reisz. Wer will mitmachen, mitrechechieren, mitspielen? Wir treffen uns im Haus der Jugend Zehlendorf um 19 Uhr. Mehr zu diesem Projekt.

Leider erreichte uns aus eine traurige Nachricht: Am 1. September, am Tag als der 2. Weltkrieg, der auch sein Leben bestimmen sollte, 1939 begann – starb Berl Kostinski, 96jährig in Bonn. Seinen Angehörigen und Hinterbliebenen gilt unser besonderes Mitgefühl und unsere aufrichtige Anteilnahme. Wollten wir nicht ohnehin noch einmal „Die Leben des Berl Kostinski“ spielen? Wir melden uns!

Berl Kostinski in seiner Wohnung in Bonn
Berl Kostinski, 24. Dezember 1920 – 1. September 2017,
Bonn-Beuel im Herbst 2013

Frühjahrsfazit und Sommervorschau

Ereignisreiche Monate liegen hinter uns: Nach den Wiederaufnahmen von „Das Spiel von Dina und Jovan“ und „Die Leben des Berl Kostinski“ im Januar und Februar haben wir im März den ersten Teil von „Ankunft Berlin“ realisiert. 15 junge Geflüchtete wurden zu Autoren ihrer eigenen Geschichte. In Workshops mit dem Regisseur Paul Rieth und Projektleiter Mirko Winkelmann lernten sie Filmen und Schneiden – mit ihrem eigenen Mobiltelefon. Ein Ergebnis dieser Arbeit ist hier zu sehen:

Am 31. März feierte auch „ARG28“ Premiere. In fünf Aufführungen ging es hier um die Geschichte des Hauses in der Argentinischen Allee 28, seine Bewohner und Nachbarn und den „Turm der blauen Pferde“. Die Sonderausstellung über den Verbleib dieses berühmten Gemäldes von Franz Marc ist noch bis zum 5. Juni zu sehen. Mehr dazu auf den Seiten unseres Kooperationspartners, dem Haus am Waldsee.

Für uns beginnen nun die Vorbereitungen für die nächsten Projekte: für „Spelet om Dina och Jovan“ (August in Stockholm), für „Simon Winkler 1986-2007 Schauspieler“ (November in Beckum) und für „Das Tagebuch des János Reisz, 1467 Kn.“ – nach den Herbstferien ist hierfür Start in Berlin; jugendliche Forscher* und Darsteller*innen sind willkommen!

Aktuelle Informationen zu unseren Projekten findet ihr ab sofort auch auf Facebook.