LOTTE UND KÄTE, SCHWESTERN LASERSTEIN

Es waren Dina und Jovan, Berl und Anne-Marie, jetzt sind es Lotte und Käte. Bei Vajswerk machen sich auch Jugendliche auf biografische Recherche. DIE ZWEI SCHWESTERN LASERSTEIN sind nun am 10. und 12. Dezember zu sehen, in der Aula, in der schon Käte Laserstein als Lehrerin sprach, in der heutigen Halvorsen Schule. Das ist der eine Bezugspunkt. Der andere ist die aktuelle Ausstellung der Malerin Lotte Laserstein, die im Sommer auch in der Berlinischen Galerie zu sehen war und schließlich weit über 1 Million Besucher*innen insgesamt zählen wird.

Aus Bildern und Briefen, Fragen und Spielen entsteht ein Theaterabend mit Schüler*innen des 9er-Kunstkurses der Gail S. Halvorsen Schule in Dahlem. Willkommen, välkommen!

MAIKÄFER FLOG! IN DEN BECKUMER BERGEN

Nach verschiedenen Gastspielen und der Inszenierung von SIMON WINKLER 1986-2007 SCHAUSPIELER begibt sich Vajswerk erneut auf das platte Land bzw. in die Beckumer Berge. Zusammen mit der Kulturinitiative Filou und dem Heimat- und Geschichtsverein entsteht ein Recherche-Theater-Projekt zu Kindheit und Kriegsende in Beckum: 25 Akteure erzählen 50 Geschichten, die in ihrer Gesamtheit das Bild einer kleinen westfälischen Stadt im Frühjahr 1945 zeichnen.

Zum 75. Jahrestag des Kriegsendes kommt MAIKÄFER FLOG! auf die große Bühne des Stadttheaters ; am 16. und 19. November ist eine Werkschau zu sehen, jeweils um 19 Uhr im ehemaligen Kloster Blumenthal/Dormitorium.

WAS EINE STOFFPUPPE ERZÄHLT

Bevor die Reihe der Premieren beginnt (von MAIKÄFER FLOG! am 16.11. über DIE ZWEI SCHWESTERN LASERSTEIN am 10.12. und UNTER TROLLEN am 24.01. bis zur Wiederaufnahme von TAMARA BUNKE. EINE HELDIN WIRD GEMACHT am 30.01.) laden wir zu einem Vortrag ein, einen Tag vor dem 9. November der Pogromnacht.

Wie sich Vajswerks Inszenierungen oft auf Dinge beziehen, stellt Lisa Ströer ein Fundstück aus dem KZ Ravensbrück an den Anfang ihrer Recherche. Eine Stoffpuppe ist das einzig überlieferte figürliche Abbild eines Häftlings in der Sammlung der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück. Ist die Puppe nach dem Vorbild einer bestimmten Person gestaltet; unter welchen Umständen wurde sie hergestellt; was erzählt sie über das Leben im Konzentrationslager, über die Selbstbehauptung unter der Gewaltherrschaft? Ausgehend von diesen Fragen, erhält die einzelne Objektgeschichte ihre weitergehende Bedeutung.

Der Vortrag findet am Freitag, 8. November statt, um 19 Uhr im Haus der Jugend Zehlendorf.

VON LASERSTEINEN, MAIKÄFERN UND TROLLEN

Fangen wir also an, starten wir in die Saison 2019/20: Vajswerks fünfte. Wir nutzen die Gelegenheit – z.B. die große Lotte Laserstein-Ausstellung in Frankfurt und Berlin – und erforschen und erspielen uns DIE ZWEI SCHWESTERN LASERSTEIN Lottes Schwester Käte war nämlich Lehrerin an der heutigen Halvorsen Schule und das ist doch Vajswerks Partnerschule. Aus diesen Gelegenheiten und Begegnungen machen wir ein Stück; zum Jahresende landen wir ein.

Parallel dazu unternehmen wir eine Landpartie. Mit MAIKÄFER FLOG! beschäftigen wir uns mit der Kindheit und dem Kriegsende 1945 in einer kleinen westfälischen Stadt. Nach einer Werkschau im Herbst, betreten wir im Frühjahr die große Bühne des Beckumer Stadttheaters, im Jahre 75 nach 45.

Ganz ohne Umwege landen wir bei UNTER TROLLEN in der Gegenwart. Hier machen wir uns auf die Spur von Internet-Trollen und schlagen daraus dramatische Funken. Die Aufführungen finden im Januar statt, im Haus der Jugend Zehlendorf.

Abschließend sei noch verraten, dass wir TAMARA BUNKE. EINE HELDIN WIRD GEMACHT  wieder aufnehmen werden. Auf dem HTW-Campus in Oberschöneweide begeben wir uns noch einmal auf die Traumpfade der Weltrevolution, via Eisenhüttenstadt. Wir melden uns.

MIT DEM FRÜHJAHRSTREFFEN IN DIE SOMMERPAUSE

Vajswerk lädt viermal im Jahr – im Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Vajswerker*innen und Interessierte zum Treffen in die Arg28. Mit dem diesjährigen Frühjahrstreffen beenden wir gleichzeitig die aufregende Saison 2018/19 und schnappen Luft für 2019/20. Drei Premieren, eine Wiederaufnahme, eine Gastspielreise und ein Auftritt im Berliner Abgeordnetenhaus liegen hinter uns. Sprechen wir davon und darüber, wie es weitergeht, am Dienstag, 7. Mai, 18:30 Uhr im Garten vom Haus der Jugend, Argentinische Allee 28. Willkommen!

BLODVEGER: AUFBRUCH UND ABSCHLUSS: AM 11. APRIL

Nach den Aufführungen im Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst macht sich Vajswerk nun auf den Weg nach Narvik. Dort zeigen wir die komplette Fassung von BLODVEGER auf norwegisch und schwedisch.
Anschließend präsentieren wir in Skinnskatteberg, Belgrad und Archangelsk Szenen mit den jeweiligen Länderschwerpunkten. Am 11. April sind alle wieder zurück in Berlin und berichten von ihren Erlebnissen und Erfahrungen: im Südost Europa Kultur in Kreuzberg.
Alle Termine finden Sie hier. Ausführliche Materialien gibt es von nun an auf der Blodveger-Homepage.

BERLIN NARVIK SKINNSKATTEBERG BELGRAD ARCHANGELSK

In Karlshorst und Kreuzberg finden gerade die Proben zu Vajswerks internationalem Recherche-Theater-Projekt statt. In deutsch-norwegisch-schwedisch-russisch-serbischer Kooperation wird vom Zweiten Weltkrieg in einer ungewohnten Perspektive berichtet: von sowjetischen und jugoslawischen Zwangsarbeitern im deutsch-besetzten Norwegen. Ihre Lebensgeschichten stehen im Zentrum von BLODVEGER.
Historiker*innen aus fünf Ländern recherchierten gemeinsam; die Berliner Kolleg*innen führen am 10. März das Stück erstmals auf, im Deutsch-Russischen Museum in Karlshorst: am historischen Ort, wo am 8. Mai 1945 der Krieg in Europa offiziell zu Ende ging. Danach ist das Stück komplett in Narvik sehen und wird mit jeweiligen Länderschwerpunkten in Skinnskatteberg, Belgrad und Archangelsk präsentiert.
Das Foto zeigt den Ort der Kapitulationserklärung im Deutsch-Russischen Museum

ANNE-MARIE IM PARLAMENT

Im Berliner Abgeordnetenhaus findet alljährlich das Jugendforum ‚denk!mal‘ zum internationalen Gedenktag an die NS-Opfer statt. Im Plenarsaal des ehemaligen Preußischen Landtags zeigen Berliner Jugendliche ihre kreative, künstlerische Auseinandersetzung mit ‚Geschichte beginnt vor Deiner Tür. – Erzähl davon!‘

Vajswerk ist nun mit einer vierten Inszenierung eingeladen zur Abendveranstaltung, die am 30.1. um 18 beginnt und live von Alex-TV übertragen wird. Wir spielen eine Kurzfassung von ANNE-MARIE. Mit ANNE-MARIE sind wir auch in der Ausstellung zu sehen, die bis zum 5.2. im Casino des Berliner Abgeordnetenhauses zu sehen ist.

VON WANNSEE NACH KREUZBERG: IDA FINKS DER TISCH

Vor einem Jahr fand die deutschsprachige Erstaufführung im Haus der Wannsee-Konferenz statt. Am Ort der Täter wurde ein Stück gespielt, das ausgeht von einem Prozess gegen Täter – aus der Perspektive der Opfer. Nun wird DER TISCH von einer Gedenk- und Bildungsstätte auf die Probebühne eines Theaters verlegt und zieht somit vom Großen Wannsee an den Moritzplatz, in das TAK im Aufbau Haus.

Am 27. Januar – dem internationalen Gedenktag der Auschwitz-Befreiung – gibt es im Anschluss an die Vorstellung ein Podiumsgespräch zum Thema „Der Genozid von 1942 und der Antisemitismus von 2019“; mit Dr. Susanne Heim (Institut für Zeitgeschichte München), Dr. Gideon Botsch (Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam), Naomi Czernetzki (Halvorsen Schule Berlin) und Gunnar Meyer (BildungsBausteine e.V.)